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Walter-Gropius-Berufskolleg

 Technische Schule der Stadt Bochum

 Berufliches Gymnasium

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Fußball im Pott

Der VfL Bochum ist zurück in der Bundesliga und die ganze Stadt ist stolz darauf.

Auch unsere Schule ist begeistert vom Aufstieg in die erste Liga und zeigt dies durch ein Plakat, was am Hauptgebäude unserer Schule, mitten in der City, aufgehängt wurde. Zu diesem Anlass durfte ich unseren Schulleiter, Herrn Schulz, über den VFL Bochum, seine Liebe zum Fußball und seine Beziehung zur Stadt Bochum interviewen.

Ich würde gerne wissen erstens, wie Sie ihre Fußball Begeisterung beschreiben würden und zweitens für welchen Verein Ihr Herz schlägt?

Also mein Herz schlägt, ganz ehrlich, für Borussia Dortmund. Wenn man in Dortmund groß geworden ist, wie ich und in einer Straße wohnte, in der man die Zuschauer im damaligen Stadion Rote Erde hören konnte, wenn ein Tor gefallen war, der ist mit dem Fußball einfach groß geworden.

Auch mein Vater war begeisterter Fußballer, hat damals bei TBV Mengede zusammen mit Gerd Cyliax gespielt, der 1966 mit dem BVB (als erste deutsche Mannschaft) den Europapokal der Pokalsieger gegen Liverpool holte. Als Siebenjähriger durfte ich abends das Endspiel verfolgen, weil eben ein guter Freund des Vaters in der Mannschaft spielte.

Dieses unvergessene Erlebnis fand am 05. Mai 1966 statt; das weiß ich deshalb so genau, weil meine Mutter an diesem Tag Geburtstag hatte. Also durften wir zwei Highlights feiern: A den Geburtstag meiner Mutter und B das gewonnene Endspiel.

So wurde Ihr Schulleiter vom Fußballfieber endgültig gepackt.

Kommt die zusätzliche Sympathie zum VFL Bochum dadurch, dass Sie Schulleiter hier in Bochum sind, oder hat das einen anderen Hintergrund?

Während meiner siebenjährigen beruflichen Tätigkeit in Bochum

hat sich ich eine unheimliche Sympathie zur Stadt und seinen Menschen entwickelt. Unser Kollegium hat einen sehr starken Zusammenhalt. Wir arbeiten nicht nur hart, wie es im „Pott“ normal ist, sondern wir unternehmen zusammen auch sehr viel privat. Gemeinsame Wanderungen, Fahrradtouren, Weihnachts- und Grillabende sind für uns Ereignisse, auf die wir uns immer wieder freuen.

Die freundschaftlichen Beziehungen zu den anderen Bochumer Berufskollegs und deren Schulleitungen sind weitere Gründe dafür, dass ich mich hier bei uns in Bochum sehr wohl fühle. Enge Kontakte zu Bochumer Unternehmen, zur Kreishandwerkerschaft, zur IHK und zu Vertretern der Stadt Bochum lassen ein Gefühl von Heimat entstehen.

Auch zum Einkaufen ziehe ich Bochum Dortmund vor. Die individuelle Beratung bei Balz, dem Tradition verbundenen Kaufhaus, lassen ein entspanntes Einkaufen zu. Ich bin in Dortmund nur, wenn ich mich mit alten Freunden treffe oder natürlich im Stadion, wenn es wieder losgeht. Ansonsten: 1:0 für Bochum!!

Wie würden Sie die Berührungspunkte vom Kollegium zum VfL Bochum beschreiben?

Der VfL war ja vor geraumer Zeit nicht so erfolgreich und befand sich im Abstiegskampf. Bei uns an der Schule sind natürlich einige VFL Fans, aber auch Dortmunder und Schalker. Da haben wir gesagt: „Wenn die Bochumer das nicht alleine hinkriegen, dann müssen wir unbedingt mit denen mal zusammen ins Stadion gehen und die Mannschaft anfeuern! Gesagt getan: der VfL spielte gegen Kaiserslautern und es ging einfach darum, dass wir natürlich in der 2. Bundesliga bleiben und nicht absteigen wollten. Zur Stärkung gab es einige Dönninghaus-und ein/zwei Fiege. Über die Castroper ging es ins Stadion und auf der „Ost“ feierten wir den Sieg, und der VfL blieb in der zweiten Liga.

Seitdem ich als Schüler hier lebe, spüre ich eine starke Verbundenheit mit der Stadt Bochum und dem VFL. Auch unsere Schule muss hier erwähnt werden.

Ja, genau. So sind wir sehr stolz auf unser Riesenplakat am Ostring, 9x2 Meter: Auszubildende hatten den Auftrag, ein Plakat zu erstellen, welches das Zusammenspiel gewährleistete zwischen dem Walter Gropius Berufskolleg und dem VfL Bochum. Ich finde, es ist sehr gut gelungen. Vom Dezernenten für Schule und Kultur der Stadt Bochum, Herrn Dieckmann, wurde die Schülerin, welche das Plakat erstellte, bereits prämiert.

Wie haben sie die Zeit ohne Fußball während der Corona-Pandemie überstanden?

Wie für jeden Fußballfan war und ist für mich die Zeit ohne Stadionbesuch ein großer Einschnitt. Der Weg zum Stadion, der Duft von Bratwürsten, Fans, die man seit Jahren im Stadion trifft, deine Mannschaft, die du seit Jahrzehnten unterstützt – all das gab es plötzlich nicht mehr. Auch die vielen Gaststätten, in denen sich Fans trafen, um gemeinsam Fußball zu sehen, waren plötzlich geschlossen. Das fehlte den Leuten hier im Ruhrgebiet, wo der Fußball zu Hause ist, besonders.

Radio Bochum, mit seinem tollen Reporter Günther Pohl, half den Fans in dieser Situation ein wenig. Pohl schenkte den Fans ein Stück positiver Emotionen, die man im Stadion ja nicht mehr genießen durfte.

Was sagen Sie zum heutigen Kommerz im Fußball Geschäft?

Dieser hat sich besonders in England äußerst negativ ausgewirkt. Spiele der englischen Mannschaft während der Europameisterschaft einmal ausgenommen: die Stimmung in den englischen Stadien bei Meisterschaftsspielen ist wesentlich schlechter geworden als vor 15 – 20 Jahren. Die Eintrittspreise in England sind so hoch geworden, dass sich viele Fans den Stadionbesuch nicht mehr erlauben können. Gerade die treuesten und stimmungsgewaltigsten Fans gehen stattdessen in Pubs, um ihre Mannschaft im TV zu sehen – eine sehr bedenkliche Entwicklung!

Thema Identifikation mit Bochum

Bochum hat 364.000 Einwohner. Für eine relativ kleine Stadt bietet Bochum jedoch sehr viele Identifikationsmöglichkeiten. Als die bedeutendste Bergbaustadt Europas mit ehemals 60.000 Beschäftigten ist in Bochum der Bergbau und seine Kumpels nicht vergessen. Das Bergbaumuseum lässt die Tradition fortleben.

Lassen Sie mich im Folgenden einige weitere Punkte nennen, die für uns in Bochum relevant sind:

  • das Planetarium
  • die Jahrhunderthalle
  • das Kunstmuseum, das Eisenbahnmuseum (u. a.)
  • das Konzerthaus Bochum
  • das Schauspielhaus mit seiner bedeutungsvollen Historie
  • Starlight-Express
  • die Privatbrauerei Fiege
  • das Traditionskaufhaus Balz
  • die Ruhruniversität Bochum
  • die bekannte Dönninghaus (die beste Currywurst Deutschlands)
  • Herbert Grönemeyer
  • der Kemnader Stausee
  • Unternehmen der Gesundheitswirtschaft und Datensicherheit auf dem Gelände „Mark 51 7“ (ehemals Opel)
  • Startup-Unternehmen
  • Fünf starke Berufskollegs, die sich im Jahr 2021 zum Schulversuch „Regionales Berufsbildungszentrum Bochum“ zusammenschlossen
  • Last, but not least: der VfL Bochum („machst mit nem Doppelpass jeden Gegner nass, du und dein VfL“)!

Was erwarten Sie vom VfL Bochum in den nächsten Jahren?

Ich freue mich zunächst einmal, dass der VfL Bochum aufgestiegen ist, das ist ja ganz klar und ich glaube auch, dass sich der VfL mit Unterstützung des Publikums in der Bundesliga halten wird. Die Begeisterung der Fans wird dabei eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Ich hoffe, dass das Stadion immer gut gefüllt ist und die Fangemeinde des Walter-Gropius-Berufskollegs dabei eng zusammensteht. Vom WGBK am Ostring rüber zur Castroper, in dieses fantastische, kleine, gemütliche Stadion, das wird eine Freude sein!

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Aktuelle News

  • "Betreten"

    11.11.2020

    Dieses kleine Wort könnte zuspitzen, um was es beim Projekt "Stolpersteine" geht. Die Gestaltungstechnischen Assistenten der GA7 hatten in ihrem Abschlussjahr daran teilgenommen. Betreten - weil es um die deutsche Geschichte geht an einem Punkt, der "betreten" macht: die Verfolgung und Vernichtung von Menschen jüdischen Glaubens, von Sinti und Roma, Kommunisten, Lesben und Schwulen, der Swing Jugend, ... durch die Nationalsozialisten 1933 bis 1945.

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