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Warum haben die Färber früher montags „blau“ gemacht?

Warum Ice-Pop Lollis nicht mehr auf dem europäischen Markt sind und wieso haben die Färber früher montags „blau“ gemacht?

Diesen und einigen anderen Fragen gingen wir, die Schülerinnen und Schüler der Klasse FG9S, mit Frau Dr. Krause zusammen im November im Alfried-Krupp-Schülerlabor der RUB nach.

Nach einem kurzen Weg über den Campus und durch die "tiefen Katakomben" der RUB wurden wir sehr freundlich von einer Laborassistentin empfangen.

Thema der Versuchsreihen, die durchgeführt wurden, war das "Blaumachen" und die Analyse blauer Lebensmittelfarbstoffe. Ein Ursprung der Redewendung "Blaumachen" wird bis heute in der Färberei vermutet: die Färber haben früher den Montag genutzt, um Wolle und Leinen nach der Färbung mit Indigo an der Luft trocknen und färben zu lassen und hatten an diesem Tag folglich wenig zu tun.

Wenig zu tun gab es für uns im Schülerlabor allerdings nicht! Passend zur Unterrichtsreihe Analyse von Stoffen, Chromatographie und Analysen von Farben gestaltete sich der Tag im Schülerlabor sehr arbeitsintensiv.

Synthetisches Indigo stellten wir nach der Methode von Adolf von Baeyer selbst her und färbten weißen Leinen damit. Blaue Stoffe verglichen wir mit Hilfe der Dünnschichtchromatographie im Hinblick auf ihre Zusammensetzung: gleiche Banden bedeuten gleicher blauer Farbstoff - unterschiedliche Banden bedeuten verschiedene Komponenten, die im Produkt zur Blaufärbung führen. Nach einer kurzen Pause -auf die leckeren Pommes der Cafeteria mussten wir in diesem Jahr aufgrund der Pandemie und der Hygienebedingungen an der RUB verzichten - ging es dann in die zweite Versuchsreihe.


Abbildung 2: Chromatogramm von Jaqueline Krause, Robin Klein und Savannah Kraus zur Analyse verschiedener blauer Farbstoffe. Die Proben 1- 3 (I, Is und J) enthalten den gleichen blauen Farbstoff (Indigo).

Wie verhalten sich blaue Lollis, Slush-Ice, Powerade und Backfarben bei verschiedenen pH-Werten und unter Zugabe von Säuren oder Basen? Im Umgang mit Säuren und Basen äußerte Lara “ Ich habe schon etwas Respekt vor den Chemikalien, früher in der Schule ist mal was in die Luft gegangen“. Explodiert ist zum Glück nichts, aber es gab tatsächlich farbliche Veränderungen bei den Versuchen, d.h. nicht jede Lebensmittelfarbe ist für jedes Produkt geeignet und nicht alle blauen Lebensmittel enthalten denselben Farbstoff!


Abb. 3: Blick zurück auf die naturwissenschaftlichen Gebäude der Ruhr-Universität Bochum, die Schülerinnen und Schüler sind nach einem langen Tag auf dem Weg nach Hause.Insgesamt bekamen wir einen guten Eindruck von experimenteller Arbeit in einem Labor und konnten alles selbstständig ausprobieren!

Mit Hilfe der UV-Spektroskopie haben wir abschließend ermittelt, welcher Farbstoff in welchen Lebensmitteln versteckt ist: so viel sei gesagt: E132 heißt „auf schlau“ Indigotin und steckt in blauen Lollis. Inzwischen ist dieser Stoff nicht mehr als Zusatzstoff in Lebensmitteln, aufgrund seiner gesundheitsbedenklichen Eigenschaften, zugelassen. E133 heißt auch Brilliantblau oder Triphenyl-Methanfarbstoff und ist in Powerade, Backfarben und Slush-Ice enthalten!

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